Arbeitsgruppe Neue kirchliche Bewegungen | 31.10.2014


Arbeitsgruppe Neue kirchliche Bewegungen | 13.02.2013

Miteinander auf dem Weg


Arbeitsgruppe Neue kirchliche Bewegungen | 17.05.2008

Séminaire d'étude pour réfléchir sur la sollicitude pastorale envers les mouvements ecclésiaux et les communautés nouvelles



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Christliche Gemeinschaften in Montmirail

Arbeitsgruppe Neue kirchliche Bewegungen | 13.02.2013

Christliche Gemeinschaften in Montmirail

Miteinander auf dem Weg

Am 29./30. Januar 2013 trafen sich wie alle zwei Jahre Verantwortliche aus 34 christlichen Gemeinschaften der Schweiz, um über die Konfessionen hinweg einen gemeinsamen Weg zu gehen.

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"Seit 2004 bin ich auf einer Entdeckungsreise", begrüsst Werner Weiss, Gastgeber und Leiter der Kommunität Don Camillo in Montmirail, die rund 60 Vertreter/innen von 34 Gemeinschaften und Bewegungen aus der deutschen, französischen und der italienischen Schweiz. Es sei eine Entdeckungsreise zu-einander, zu den Schätzen der Bewegungen, denen die anwesenden angehören. Daraus würden neue Beziehungen in einer Tiefe und Lebendigkeit entstehen, deren Qualität am ehesten als „Herzensbegegnungen“ zu bezeichnen seien, ergänzt Benedikt Walker, Leiter der Vereinigten Bibelgruppen (VBG).
Das Programm führt vom Teilen konkreter Erfahrungen in der eigenen und mit andern Bewegungen über das gemeinsame Lesen eines Bibeltextes zur Frage, welchen Stellenwert das Wort Gottes in den einzelnen Gemeinschaften habe, und was es bewirke. Dies führt zum nächsten Programm-Schritt: nachzudenken über eigene Verletzungen durch Menschen im eigenen oder fremdem Umkreis, in Familie, Kirche, Gruppe und nach möglichen Wegen zu Versöhnung und Heilung zu fragen. Verletzungen können persönlich auf Zettel geschrieben und dies auf dem gemeinsamen Weg im Freien an einem Feuer vorbei symbolisch verbrannt werden. Das Lied "Come Holy Spirit, heal and reconcile", welches Elsbeth Bischoff von Montmirail mit allen einübt, wird zum Leadsong der Tagung und drückt prägnant aus, worum es geht. Es tönt vielstimmig voll in der Kapelle. Während der Abendbesinnung sind alle eingeladen, Menschen oder Situationen auf einen Zettel zu schreiben, mit denen Versöhnung und Heilung geschehen soll in den kommenden Monaten. Dazu zündet jede/r am Altar vorne eine Kerze an. Viele kleine Lichter erhellen die Dunkelheit.

Verschiedenheit nicht annullieren
Neben den gemeinsam mit den Leuten der Kommunität von Montmirail gefeierten Gebetszeiten des Mittags-, Abends- und Morgengebets finden am Mittwochmorgen parallel ein Abendmahls- und ein Eucharistiegottesdienst statt. Die Spurgruppe hat bewusst diese Form gewählt. Nichts auf dem gemeinsamen Weg soll unterschlagen oder übertüncht werden. Die Frage, wie Treue zur eigenen Kirche zu leben sei, steht im Raum und wird ganz unterschiedlich beantwortet. Das bewusste, respektvolle Teilen von gegenseitigem Unverständnis oder von Schmerz darüber, dass ich den andern nicht verstehen kann, rückt unerwartet die Bedeutung und Kraft der Liebe ans Licht. Sie verbindet auch dort, wo Verstehen aufhört, im Vertrauen auf Christus, den einen Hirten, von dem sich alle führen lassen wollen. Er schafft Einheit, die Verschiedenheit nicht annulliert, sondern den andern Menschen wertschätzt, als den, der sich ebenfalls von Gott führen lässt und durch dessen „anderen“ Weg Gott sich mir von einer neuen Seite offenbaren will.
Marianne Rentsch, Fokolar-Bewegung, berichtet als Vertreterin der Spurgruppe vom europäischen Grossanlass „Miteinander für Europa“ in Brüssel am 12. Mai und von den via Internet verbundenen Parallel-Veranstaltungen in 141 Städten Europas. Einige Anwesende ergänzen dieses flashartige Mosaik mit Beiträgen zu den 10 regionalen Schweizer Anlässen: ein buntes und lebendiges Bild, in dem sichtbar wird, wie sich auch in der Schweiz das Miteinander lokal verankert und Brücken schlägt zwischen Bewegungen, Landeskirchen, Freikirchen und zu politisch Verantwortlichen, um gemeinsam „der Stadt Bestes zu suchen“.

Aktive Jugend
Auch die Jugend ist aktiv: Andreas Steingruber (Theologie-Student der Landeskirchlichen Gemeinschaft Jahu, Biel) war mit einer interdisziplinären Gruppe von rund 30 Studierenden aus ganz Europa in Brüssel und mit dem europäischen Trägerkreis in München. Sie planen nun eine aktive Beteiligung an interdisziplinären Studienwochen zunächst an der Universität Fribourg (April 2013) und gemeinsam mit Gerhard Pross, einem Mitverantwortlichen des europäischen Trägerkreises, weitere Schritte zu interdisziplinärer Zusammenarbeit im Dienst an Europa, am internationalen Lehrinstitut Sofia in Loppiano bei Florenz im 2014.
Im Schlussplenum werden schliesslich Anliegen und Ziele zusammengefasst zuhanden der Spurgruppe: So will man über einen neuen „Miteinander-Anlass“ auf nationaler Ebene nachdenken, Jugendliche einbeziehen und vermehrt thematisch arbeiten, zum Beispiel zum Kirchenverständnis oder zu Eucharistie und Abendmahl.
12.2.2013 / KR

Autoren: Matthias Kägi / Kathrin Reusser