Arbeitsgruppe Neue kirchliche Bewegungen | 13.02.2014


15.12.2014

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Kirchliche Bewegungen

Arbeitsgruppe Neue kirchliche Bewegungen | 13.02.2014

Kirchliche Bewegungen

Kirche ist immer in Bewegung. Zu jeder Zeit gilt es, das Evangelium neu zu entdecken und zu bezeugen. Durch die Geschichte der Kirche hindurch geschah und geschieht dies an unterschiedlichen Orten und in unterschiedlichen Formen. Man könnte vereinfacht vom Standbein und vom Spielbein der Kirche sprechen, die sich im Zusammenspiel entwickeln:

Das Standbein findet sich in der Struktur der Kirche mit Pfarreien, Bistümern und der Gesamtkirche. Dieses Grundgerüst dient der Universalität der Kirche und ihrer Treue zum Ursprung in Jesus Christus. Das Standbein garantiert die Offenheit der Kirche für alle Menschen, das weltweite Zeugnis und die lokale Verwurzelung der Kirche.

Das Spielbein ergänzt das Standbein. Stets hat die Kirche unterschiedliche Formen gekannt, in denen die Aktualität des Evangeliums besonders zu Ausdruck kam: Die Ordensgründungen waren wichtige Impulsgeber in der Kirche und in der Welt. Die mittelalterliche Armutsbewegung, die Missionsbewegung, Laienbewegungen, die Bibelbewegung, die liturgische Bewegung, die ökumenische und die kirchliche Frauenbewegung, die Charismatische Bewegung, aber auch Vereine und Verbände, Gemeinschaften, Basisgemeinden und spirituelle Bewegungen gehören mit vielen anderen zum Spielbein der Kirche.

Versuchte man vor einiger Zeit noch, kirchliche Bewegungen anhand eindeutiger Kriterien zu definieren (z.B. Gründungsalter, konfessionelle Prägung, Sozial- und Organisationsform, offizielle kirchliche Anerkennung…), so konfrontiert uns heute die Vielzahl unterschiedlichster Aufbrüche in der Kirche mit dem Problem einer eindeutigen Definition. Es bietet sich daher an, Bewegungen weniger von ihrer Struktur oder Form und mehr von ihrer evangelisierenden Funktion her zu verstehen: sie sind belebende Aufbrüche des Geistes in der Kirche. Bewegungen finden sich dort, wo Menschen gemeinsam aus dem Glauben heraus Antworten auf die Fragen und Herausforderungen der Zeit geben. Kirchliche Bewegungen sind lebendige Brückenschläge des Glaubens in die Welt von heute. So vielfältig, wie sich unsere Welt zeigt, so vielfältig sind diese Brückenschläge.

Die Arbeitsgruppe «Neue Kirchliche Bewegungen» der Schweizer Bischofskonferenz hat in dieser Situation den Auftrag, auf Erfahrungen und Anliegen aus kirchlich anerkannten Bewegungen in der Kirche aufmerksam zu machen, ihre Sensibilität für die Herausforderungen der Zeit wahrzunehmen und Hilfestellungen für ein gelingendes Zusammenspiel von Standbein und Spielbein zu geben.